"Fellnasen vom Pfälzerwald"

Zucht von mongolischen Rennmäusen

Gruppengröße und Vergesellschaftung:

In ihrer natürlichen Umgebung leben Rennmäuse im Familienverbund, bestehend aus einem erwachsenen Elternpaar und deren Jungtiere aus bis zu zwei Würfen. Sofern die Jungtiere selbst geschlechtsreif werden und sich möglicherweise ebenfalls verpaaren wollen, werden sie zur eigenen Familiengründung aus dem Familienverbund ausgestoßen und vertrieben. Demnach existiert innerhalb einer Gruppe eine festgelegte Rangordnung. Rennmäuse verteidigen ihre Reviergrenzen massiv gegen das Eindringen fremder Artgenossen, wobei die Grenzübertritte in das fremde Revier häufig mit dem Tod enden. Aus diesen Gründen stellt sich in der Heimtierhaltung die Frage nach der Gruppengröße und Gruppenzusammensetzung:

  • -Einzelhaltung: Eine Rennmaus sollte niemals alleine gehalten werden! Ohne den Kontakt zu einem Artgenossen leidet das Tier unter der Einsamkeit. Der Mensch oder eine andere Tierart können niemals einen Artgenossen ersetzen. Eine Rennmaus gemeinsam mit einem Meerschweinchen oder Kaninchen zu halten ist völlig unsinnig und für die Maus zudem gefährlich! Rennmäuse sind sehr soziale Tiere und benötigen unbedingt einen Partner zum kuscheln, spielen, putzen, usw.          
  • Gemischtgeschlechtliche Gruppe: Die natürlichste Variante der Rennmaushaltung entspricht der gemischtgeschlechtlichen Zweiergruppe, was jedoch nur sinnvoll ist wenn der Rennmausbock kastriert ist.  Die Kastration eines Rennmausmännchens ist sehr gefährlich und wird aufgrund der Operationsrisiken von den meisten Tierärzten nicht durchgeführt. Zu erwähnen ist allerdings, dass weibliche Rennmäuse, die bereits geworfen haben, einen kastrierten Rennmausbock häufig nicht als neuen Partner akzeptieren. Ohne Kastration sollte eine geschlechtsgemischte Gruppe auf keinen Fall gehalten werden, dies würde dauerhaft zu ungeplanter Vermehrung führen. Die Tragzeit des Weibchens dauert ca. 24- 26 Tage, wobei das Weibchen direkt nach der Geburt erneut empfängnisbereit ist. Die Wurfgröße liegt zwischen 1-10 Jungtieren, folglich entsteht innerhalb von wenigen Wochen eine hohe Zahl an Jungtieren, die nach kurzer Zeit ebenfalls geschlechtsreif ist. Die schnelle Vermehrung führt bei Haltern zu großen Problemen, weil es äußert kostenintensiv und zeitaufwendig ist die Anzahl der Tiere artgerecht unterzubringen. Als Folge der unkontrollierten Vermehrung warten leider viele Rennmäuse in Tierheimen und Notfallstationen auf einen neuen Körnergeber. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Haltung einer gleichgeschlechtlichen Zweiergruppe.
  • Gleichgeschlechtliche Gruppe:   Die Haltung einer gleichgeschlechtlichen Zweiergruppe ist in der Regel unproblematisch und deshalb für Anfänger am Besten geeignet. Nur ganz selten treten Streitigkeiten auf, da die Rangfolge meist deutlich festgelegt ist, weshalb man den Tieren hinsichtlich ihres Geheges auch unbegrenzten Platz zur Verfügung stellen kann. Größere Gruppen von mehr als zwei Tieren sind in diesem Zusammenhang deutlich problematischer. Grundsätzlich rate ich davon ab Gruppen miteinander zu vergesellschaften oder in eine bestehende Gruppe neue Mitglieder einzubringen. Eine Vergesellschaftung ist lediglich nur dann sinnvoll, wenn ein Einzeltier einen neuen Partner benötigt, beispielsweise durch den Tod des bisherigen Partners. Auch bei einer älteren, gesunden Rennmaus lohnt sich die Vergesellschaftung mit einem gleichgeschlechtlichen Partner, dennoch sollten die Mäuse nie einfach direkt in ein Gehege zusammengesetzt werden, sie würden sich sofort verbeißen. Nicht umsonst lautete die wissenschaftliche Namensgebung der Tiere in ihrer Übersetzung „Krieger mit Krallen“.
  • Großgruppen: Von einer gemischtgeschlechtlichen Haltung von mehr als zwei Rennmäusen ist dringend abzuraten, weil diese in den wenigsten Fällen friedlich verlaufen. Bei mehreren geschlechtsreifen oder trächtigen Weibchen treten massive Rangordnungskämpfe auf, die mit dem Tod von erwachsenen Tieren und Jungtieren einhergehen können.                                                               Die Gruppenhaltung von mehreren gleichgeschlechtlichen Rennmäusen birgt ebenfalls größere Streitrisiken und stellt an den Halter besondere Anforderungen, beispielsweise ausgesprochen gute Kenntnisse hinsichtlich des Sozialverhaltens der Rennmäuse. Im Falle einer Großgruppenhaltung sollte stets ein Notfallgehege vorhanden sein um die Gruppe bei auftretenden Streitigkeiten direkt zu trennen. Im Falle einer notwendigen Trennung sollte die Rennmausgruppe so aufgeteilt werden, dass jede Rennmaus einen Partner behält mit dem sie in einer geeigneten Unterkunft leben kann.

 

 Vergesellschaftung:

Rennmäuse sind sehr soziale Tiere und sollten aus diesem Grund nicht einzeln gehalten werden. Eine Vergesellschaftung kann aus vielen Gründen nötig sein, beispielsweise zur Anschaffung eines neuen Partners für eine allein verbleibende Rennmaus. Desweiteren können stellenweise bei bereits bestehenden Rennmausgruppen Streitigkeiten auftreten, die ein dauerhaftes, friedliches Zusammenleben nicht mehr ermöglichen. Ebenso ist es durchaus möglich, dass sich Rennmäuse nach längerer Trennung nicht wieder erkennen, beispielsweise durch einen erfolgreichen Ausbruch oder einen Tierarztbesuch. Aufgrund der Revierbezogenheit der Tiere verteidigen sie ihr Revier gegen Eindringlinge und andere Artgenossen, weshalb es nicht möglich ist einfach eine Rennmaus in das Gehege einer anderen Rennmaus zu setzen. Dies würde zu schlimmen Beißereien, eventuell bis zum Tod eines Tieres, führen. In der freien Natur existieren ausreichend Versteck- und Fluchtmöglichkeiten, die jedoch bei der Heimtierhaltung nicht ausreichend gegeben sind, weshalb einander fremde Rennmäuse mit viel Geduld, Ruhe und Sorgfalt durch eine artgerechte Vergesellschaftung aneinander gewöhnt werden müssen.

Eine Zusammenführung/Vergesellschaftung bedeutet immer großen Stress für die Tiere sowie das Risiko von Verletzungen, weshalb  dringend davon abzuraten ist ganze Gruppen miteinander zu vergesellschaften oder neue Mitglieder in eine bestehende Gruppe zu integrieren.

Am erfolgversprechendsten sind Vergesellschaftungen, die im Verhältnis von 1:1 stattfinden, was bedeutet, dass zu einer verbliebenen Rennmaus eine andere Rennmaus hinzuvergesellschaftet wird.  Grundsätzlich gilt bei der Partnerwahl, dass die Zusammenführung eines adulten Tieres mit einem noch nicht geschlechtsreifen Jungtier am Besten funktioniert, da die Jungtiere (8-10 Wochen) noch keinen Eigengeruch haben und sich in der Regel dem älteren Tier unterordnen. Beim Tod eines Partners sollte der verbliebenen Maus noch einige Tage Trauerzeit  (ca. 7 - 14 Tage) zugestanden werden, bevor sie mit einem neuen Partner vergesellschaftet wird.                                                                                                         Die Vergesellschaftung von zwei adulten Rennmäusen ist ebenfalls möglich, allerdings tendenziell langwieriger und risikoreicher.

Hinsichtlich der Vergesellschaftung sind im Internet zahlreiche verschiedene Ideen und Methoden zu finden. Leider sind die meisten davon ungeeignet und stellenweise äußerst gefährlich für die Rennmäuse.

Das Gelingen einer Vergesellschaftung hängt immer von den jeweiligen Tieren, deren Sozialpotenzial und dem Einfühlungsvermögen des Halters ab, daher können wir dafür auch keine Garantie geben.
Bei
Fragen oder Unsicherheiten zum Thema Vergesellschaftung helfe ich gerne weiter.        Die folgende Übersicht/Anleitung ist hier als PDF-Datei abrufbar.

Ich vergesellschafte ausschließlich mit Trenngitter, weshalb im Folgenden ausschließlich diese Methode weiterführend beschrieben wird. Die Trenngittermethode lässt sich als geeignetste und stressfreiste Methode für Rennmäuse bezeichnen.                                                                                                                      

 

Man benötigt:

  • Vergesellschaftungsbecken: es bietet sich ein 100x40 cm Aquarium an, da dort das Trenngitter besser befestigt bzw. eingesteckt werden kann
  • Doppeltes Trenngitter
  • Luftdurchlässige Abdeckung fürs Aquarium( z.B. Maschendraht): Rennmäuse sind gute Kletterer und können am Trenngitter hochklettern
  • 2x Sandbad
  • 2xHäuschen/Unterschlupf: als Versteckmöglichkeit bzw. Rückzugsort

  • 2x Wassernapf ( wird gerne zugebuddel) oder 2x Trinkflasche

  • Heu, Einstreu, Badesand

  • Unbedruckte Toilettenpapierrollen (ohne Kleberrückstände) o.ä. Nagematerial: zur Beschäftigung

  • Bei Bedarf zwei Laufräder: zum Stressabbau

Die Einrichtung sollte zwar bei einer Vergesellschaftung etwas spärlicher sein als im normalen Gehege, dennoch benötigen die Tier ausreichen Streu/Heu und die oben genannten Einrichtungsgegenstände. Eine Vergesellschaftung bedeutet aufgrund des mangelnden Platzangebots und der fremdriechenden potentiellen Partnermaus grundsätzlich großen Stress für die Tiere. Stress führt folglich zu verstärkter Aggression und Unsicherheit. Aus diesem Grund benötigen die Rennmäuse ausreichend Beschäftigung sowie auch einen Rückzugsort zum Stressabbau. Das Vergesellschaftungsbecken sollte, entgegen früherer Meinungen, gut eingestreut werden.

Seitentausch: Ebenfalls ist, entgegen früherer Meinungen, ein täglich mehrfacher Seitentausch der Tiere nicht nötig. Ziel des Seitentauschs bestand bisher darin, dass die Tiere  schnellstmöglich einen gemeinsamen Gruppengeruch entwickeln. Jede Rennmaus verfügt durch ihre Druftdrüse über einen Eigengeruch. Dieser lässt sich nicht mischen oder überdecken. Anhand ihres Aufenthaltes im VG-Becken können sich die Tiere sowieso riechen, weshalb ein Seitentausch der Tiere nicht mehr nötig ist. Bei vielen Rennmäusen führte das tägliche Einfangen und Umsetzen durch den Halter zu zusätzlichem Stress (und somit möglicherweise einer Steigerung des Aggressionspotentials).                                                               Stellenweise kann es hilfreich sein, alle 1-2 Tage ein wenig Einstreu zu tauschen bzw. zu mischen, ist aber kein  „muss“.                                                                                                                                                                

Das Einsetzen von Duftstoffen (z.B. Parfüm, Öle, Puder o.ä.) wird leider stellenweise immer noch empfohlen, ist jedoch denkbar ungeeignet. Einerseits führen die Stoffe bei den Tieren möglicherweise zu Gesundheitsschädigungen. Weiterhin wird der Eigengeruch durch den Duftstoff nicht dauerhaft überdeckt, die Mäuse können sich trotzdem riechen und es können folglich zeitversetzte Streitigkeiten auftreten.   

Das Trenngitter: Das Gitter muss vollkommen durchbruchssicher und engmaschig sein, damit es nicht zu ungeplanten Konfrontationen kommen kann. Da gerade anfänglich Aggressionen am Gitter gezeigt werden können, sollte ein doppeltes Gitter verwendet werden, damit sich die Tiere nicht durch das Gitter gegenseitig beißen können. Zusätzlich muss die Möglichkeit eines Überkletterns des Gitters ausgeschlossen sein. Das doppelte Trenngitter kann nach ein paar Tagen gegen ein einfaches Trenngitter ausgetauscht werden. Zusätzlich muss die Möglichkeit eines Überkletterns des Gitters ausgeschlossen sein.  Eine detaillierte Anleitung zum Bau eines geeigneten Trenngitters ist unter https://www.rennmaus.de/rennmaus/tooltime/bau-von-terrarienzubehoer/trenngitter zu finden. 


Zum Vorgehen:

Der erste Schritt der Vergesellschaftung ist es, die neue Rennmaus in ihrem neuen Zuhause ankommen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass sie einen Teil ihrer alten Einstreu /Heu ins neue Zuhause mitnehmen konnte. Der Auszug aus der bisherigen Familie (bei jüngeren Tieren) sowie auch der Auszug aus der vertrauten Umgebung ist mit großem Stress verbunden. Deshalb ist es wichtig dem neuen Fellnäschen zwei bis drei Tage zur Eingewöhnung zu geben.

Vor der Vergesellschaftung sollte das Vergesellschaftungsbecken gründlich gereinigt werden. Im Anschluss daran werden durch das Trenngitter die beiden Hälften eingeteilt. Eingerichtet wird die Behausung auf beiden Seiten mit den oben genannten Gegenständen. Das Futter kann unter der Einstreu auf beiden Seiten entlang des Trenngitters verteilt werden, sodass sich die Tiere zum Fressen einander annähern müssen.In manchen Fällen, je nach Situation, kann den Rennmäusen auf jeder Seite ein Laufrad zur Verfügung gestellt werden, sodass sie Anspannung und Aggressionen abbauen können. 

Erstes Beschnuppern:                                                                                                                                            Sofern das Gehege vollständig vorbereitet ist, werden die Mäuse in ihre jeweilige Hälfte gesetzt. In der Anfangsphase innerhalb der ersten 2-3 Tage sind gezeigte Aggressionen, wie das Anspringen des Gitters, wenn die andere Maus in der Nähe ist, Trommeln, Zähneklappern und Schwanzschlagen normal und somit nicht beunruhigend. Die Tiere müssen sich zunächst  an die neue Situation und die Partnermaus auf der anderen Seite gewöhnen.                                                                                                                                                

Die Dauer einer Vergesellschaftung ist grundsätzlich schwer vorauszusagen und variiert je nach Alter und Charakter der Tiere. Jungtiere, also noch nicht geschlechtsreife Mäuse, sollten maximal zwei-drei Tage am Trenngitter sitzen, damit die Kleinen weiter sozialisiert werden können. Bei der Vergesellschaftung von zwei adulten Tieren sind sieben Tage ein guter Richtwert. Diese Zeit kann sich allerdings auch um ein bis zwei Tage verkürzen oder auch verlängern. Allerdings sollte die Höchstdauer von 10 bis max. 14 Tagen nicht überschritten werden. Zeigen die beiden Rennmäuse auch nach zwei Wochen am Gitter noch aggressive Verhaltensweisen (Trommeln, Schwanz peitschen, Zähneklappern, Beißversuche o.ä.) sollte auf weitere Vergesellschaftungsversuche verzichten werden.                                                                                                  Verhalten sich die Rennmäuse nach ein paar Tagen neugierig, fressen entspannt am Trenngitter und beschnüffeln sich gegenseitig im Gesicht oder versuchen sogar sich zu putzen, läuft der Vergesellschaftungsversuch erfolgreich.    

                              


Die Zusammenführung:

Die Zusammenführung sollte in der Regel im Vergesellschaftungsgehege stattfinden. Eine Zusammenführung auf "neutralem Boden" ist in Einzelfällen ebenfalls geeignet, sollte jedoch nur von erfahrenen Haltern durchgeführt werden. Von einer Zusammenführung mit der sog. „Panikbox“ rate ich  aufgrund des hohen Stresslevels für die Tiere dringend ab!                                    

Die Zusammenführung ist für Rennmaus und Halter der spannenste Teil einer Vergesellschaftung und oftmals mit großer Aufregung verbunden. Sie sollte niemals unter Stress durchgeführt werden oder wenn es dem Halter nicht gut geht. Man benötigt ausreichend Zeit, weshalb sich ein ruhiges Wochenende gut eignet.

Wichtige Regeln:

  • Ruhe bewahren, ausreichen Zeit zur Verfügung stellen

  • Verbissene Rennmäuse nur mit geschützten Händen bzw. Pappe trennen, nicht auseinanderreißen (Verletzungsgefahr für Mäuse und Halter)

  • Auf das Bauchgefühl hören

  • Nicht überängstlich sein


Die Vorbereitung:                                                                                                                                                            Zur Vorbereitung sollte sich der Halter vor der Zusammenführung der Rennmäuse bissfeste Handschuhe, eine Transportbox, ein Stück Pappe oder kleines Brettchen oder einen Pfannenwender bereit legen, um die Mäuse notfalls auseinanderschieben und trennen zu können sofern sie sich verbeißen.                              Einstreu, Wassernapf, Nagematierial können grundsätzlich beibehalten werden. Die Häuser und ggf. Laufräder sollten zunächst entfernt werden, sodass der Halter einen genauen Blick auf das VG-Becken hat und die Tiere sich nicht den Weg abschneiden können.                                                                                 Folgende Regeln und Verhaltensweisen bei einer Zusammenführung gelten für die Mäuse: Schnuppern, Fiepen, Boxen, Zwangsputzen, markieren sind in Ordnung, das gehört zum normalen Sozialverhalten und dient zur Klärung der Rangordnung.                                                                                  Jagen und ineinander Verknäulen muss vom Halter direkt unterbunden werden. Sofern sich die Tiere verletzten müssen sie sofort getrennt werden! Bei leichten Verletzungen kommen die Rennmäuse für einige Tage zurück ins Vergesellschaftungsgehege mit Trenngitter bevor ein neuer Versuch gestartet werden kann. Bei ernsteren Verletzungen, beispielsweise tiefen Wunden, muss die Vergesellschafftung sofort abgebrochen werden. Die verletzte Rennmaus sollte in ein mit unbehandeltem Küchenpapier ausgelegtem Notfallgehege ausweichen, sodass sich die Wunde nicht entzünden kann, eventuell sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.                                                                       

Zusammenführung im Vergesellschaftungsgehege::                                                                                   Gerade bei der Zusammenführung ist es wichtig die Tiere genau zu beobachten um notfalls schnell eingreifen zu können!                                                                                                                                                  Zunächst sollte das Trenngitter, dass die beiden Abteile trennt hochgeschoben werden. In der Regel dauert es nicht lange bis eine der Rennmäuse neugierig auf die Seite ihrer zukünftigen Partnermaus läuft, wobei die dominante Maus häufig auf die unterlege Rennmaus zugeht. Befinden sich beide Mäuse auf einer Seite, lässt man das Gitter wieder herunter. Bitte durchgehend die Mäuse im Auge behalten. Dabei muss das Trenngitter nicht mehr mittig platziert werden, sodass den Tieren eine vergrößerte Grundfläche zur Verfügung steht. Dennoch sollte ein Teil des Gesamtbeckens mit dem Trenngitter abgeteilt sein, sodass das Platzangebot nach und nach  vergrößert werden kann. Wahrscheinlich werden die Rennmäuse zeitnah damit beginnen die Rangordnung zu klären.

Im Idealfall nähern sie sich einander vorsichtig an, beschnuppern sich kurz und gehen ihren normalen Aktivitäten/Verhaltensweisen nach. Vermutlich wird das Gehegeabteil erkundet, fleißig markiert, etwas Futter geknuspert und sich vor lauter Aufregung zeitweise ausgeruht.   Es kann durchaus sein, dass sich die beiden Tiere zwischenzeitlich getrennt voneinander in einem Unterschlupf ausruhen, dennoch kann der Schein trügen!                                                                                                                                                                 Wurde die Rangordnung zwischen beiden Mäusen bereits geklärt beginnt meist die dominate Maus damit die Unterlegenere zu putzen. Es kann auch sein, dass die dominantere Maus ihren Kopf senkt und sich somit zur Fellpflege anbietet.  Auch wenn die ersten Minuten ideal verlaufen, sollten die Tiere noch eine ganze Weile genau beobachtet werden. Sobald sich die Rennmäuse beruhigt haben, nebeneinander sitzen, gemeinsam fressen und sich gemeinsam in ein Nest zum Schlafen kuscheln, ist der schwierigste Schritt geschafft.                                                                                                                                                                 Tipp: Traut man dem bisherigen Frieden über Nacht (also ohne durchgehende Beobachtung) noch nicht, können die beiden Tiere über Nacht mit Trenngitter im VG-Becken getrennt werden. Harmonieren die Mäuse miteinander, mögen und verstehen sie sich auch weiterhin am Folgetag.                                                                                                                                                                Stellen sich bei der Zusammenführung die Fellhaare auf oder stehen die Mäuse seitlich zueinander ist Vorsicht geboten! Trommeln, Zähneklappern und Schwanzpeitschen sind eindeutige Zeichen und Vorzeichen zu einem möglichen Kampf. Im schlimmsten Fall verbeißen sich die Mäuse in einem Knäul ineinander und müssen direkt getrennt und versorgt werden. Die Mäuse sollten nicht mit der bloßen Hand auseinandergerissen werden. Zum einen besteht für den Halter Verletzungsgefahr und zum anderen verschlimmern sich die Bisswunden der Tiere durch das Auseinanderreißen erheblich. Versuchen Sie die Pappe oder den Pfannenwender zwischen die knäulenden Mäuse zu schieben. Die Zusammenführung ist natürlich sofort abzubrechen!                                                                                                                       Zusätzlich sollten beiden Mäusen die nächsten Tage Ruhe gegönnt werden. Eine gescheiterte Zusammenführung bleibt den Fellnasen natürlich in negativer Erinnerung, weshalb sie ausreichend Zeit benötigen um sich von der Stresssituation und ggf. von Verletzungen zu erholen.                                                                                                                                    

Nächster Schritt -> Platzvergrößerung:                                                                                                           Verlaufen die ersten 24 Stunden nach der Zusammenführung friedlich, kann das Platzangebot mit Hilfe des Trenngitters etwas vergrößert werden. Treten erneut Rangordnungskämpfe oder Streitigkeiten auf, wird das Platzangebot verkleinert bis sich die Mäuse wieder 24 Stunden friedlich verhalten. Es kann also 1-2 Tage dauern bis den Mäusen das gesamte Vergesellschaftungsbecken zur Verfügung steht.

 Nächster Schritt -> Einrichtungsgegenstände:                                                                                             Um einer zu schnellen Revierbildung bzw. möglichen Besitzansprüchen vorzubeugen, sollten Veränderungen, wie neue Einrichtungsgegenstände, erst zur Verfügung gestellt werden, nachdem die Tiere sich im gesamten VG-Becken friedlich verhalten. Haben die beiden Rennmäuse das ganze Becken zur Verfügung, kann jeden Tag ein neuer Einrichtungsgegenstand (Laufrad, Häuschen, etc.) hinzugefügt werden.                                                                                                                                                              Verhalten sich die Mäuse nach der Platzvergrößerung oder dem Hinzugeben eines Gegenstandes auffällig, geht man wieder einen Schritt zurück. Bei Auftretenden Beißerreien werden die Mäuse sofort voneinander getrennt untergebracht.                                                               Vertragen sich die Rennmäuse schließlich einige Tage im ausgestatteten Vergesellschaftungsgehege können sie schließlich in ihr gemeinsames, dauerhaftes Heim umziehen. Beim Umzug sollten benutzte Einstreu sowie Gegenstände aus dem VG-Becken mitgenommen werden.

 

Vergesellschaftungen können auch trotz intensiver Bemühungen und behutsamem Vorgehen scheitern: Nicht alle Rennmäuse passen zusammen, manchmal können sich die Tiere einfach nicht riechen. Reagieren die Rennmäuse dauerhaft sehr aggressiv aufeinander und zeigen deutlich eine Abneigung gegenüber dem Partner, sollte eine Vergesellschaftung zum Schutz der Rennmäuse nicht erzwungen werden.

Bei Fragen oder Unsicherheiten zum Thema Vergesellschaftung stehen wir gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.