"Fellnasen vom Pfälzerwald"

Zucht von mongolischen Rennmäusen

Ernährung und Versorgung:

Frisches Wasser sollte grundsätzlich immer zur Verfügung stehen (Trinknapf) und täglich ausgewechselt werden.

In ihrer natürlichen Umgebung ernähren sich Rennmäuse von Gras- und Kräutersamen, trockenen Gräsern, Kräutern, Wurzeln der Steppenpflanzen und kleineren Insekten. Die Futtersuche nimmt eine sinnvolle Beschäftigung im Tagesablauf der Renner ein, weshalb Trockenfutter in der Einstreu verteilt und versteckt werden sollte. Ein Futternapf wird lediglich zur Gabe von Frischfutter benötigt. In der Heimtierhaltung sollte das Futter daher entsprechend angepasst werden, weshalb hauptsächlich als Trockenfutter kleinen Sämmereien, etwas Gemüse und Trockenkräuter gefüttert werden.                                                                      Nüsse/Kerne (z.B. Sonnenblumenkerne, Pinienkerne und Kürbiskerne) sollten nur reduziert, beispielsweise zur Handfütterung, angeboten werden, da sie aufgrund des Fett- bzw. Ölgehalts zu Übergewicht führen können. Zu einer gesunden Rennmaushaltung gehört ebenfalls die ständige Verfügbarkeit rohfaserreicher Kost wie Stoh oder Heu, was den Mäusen zusätzlich als natürliches Nistmaterial dient. 

Beim Kauf von Futterfertigmischungen aus dem Handel sollte auf die Menge von zuckerhaltigen Futterbestandteilen (z. B getrocknetes Obst) geachtet werden. Rennmäuse können nur geringe Mengen Traubenzucker verwerten. Sofern dauerhaft zu viel Zucker gefüttert wird, kann dies zu einer Diabetes-Erkrankung führen.                                                                                                                                                                      Obst, egal ob frisch oder getrocknet sollte folglich nur in kleinen Mengen und ohne Kerne! als „besonderes“ Leckerchen gefüttert werden. Bunte Drops, Cornflakes oder exotische Fruchtmischungen, wie Mango o.ä. sind denkbar ungeeignet.                                                                           Die meisten Fertigfuttermischungen im Zoofachgeschäft entsprechen somit keinem umfassenden, gesunden Rennmausfutter, weshalb es sich anbietet das Futter der Tiere selbst zusammenzustellen. Zusätzlich werden in einigen speziell auf Nagetiere ausgerichteten Onlineshops geeignete Futtermischungen für Rennmäuse angeboten. Eine kleine Auswahl ist hier zu finden: 

  

Artgerechte und handgemachte Nagereinrichtung, tolles Zubehör und leckeres, gesundes Futter


 


Einzelne Futterkomponenten sowie artgerechte Fertigmischungen        für Renn- und Farbmäuse




Grundsätzlich sollte sich die Futterzusammenstellung immer an der jeweiligen Rennmaus orientieren, so weisen beispielsweise schwangerer Tiere, erkrankte, ältere oder übergewichtige Renner einen anderen Futterbedarf auf.

Zur Deckung des Eiweißbedarfs benötigen Rennmäuse zusätzlich kleinere Insekten, wozu sich beispielsweise getrocknete (oder auch lebende) Mehlwürmer, Heuschrecken oder Heimchen sehr gut eignen. Milch ist aufgrund ihres Laktosebestandteils nicht zur Deckung des Eiweißbedarfs geeignet.  Magerquark oder Magermilchjoghurt sowie laktosefreie Produkte dürfen zur Abdeckung des Eiweißbedarfs lediglich in geringer Menge (1 Teelöffel/Woche) gefüttert werden.

Achtung: Häufig werden im Fachhandel sog. „Salzlecksteine“ oder „Mineralienlecksteine“ angeboten, diese sind jedoch bei artgerechter Ernährung nicht bedarfsgerecht und stellenweise aufgrund einer Überversorgung von Salz und Kalzium gesundheitsgefährdend.


Grünfutter/Gemüse:  

Nach Möglichkeit sollte den Rennmäusen zum regulären Trockenfutter zusätzliches Frischfutter angeboten werden. Frischfutter sollte grundsätzlich vor der Verfütterung gründlich abgewaschen werden. Jungtiere bis zu einem Alter von ca. 12 Wochen sollten erst langsam in winzigen Mengen an Grünfutter gewöhnt werden sofern es nicht bereits vom Züchter gefüttert wurde. Als Frischfutter eignen sich:                                                         

  • Wiesenkräuter (wie Löwenzahn, Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze) und Gräser (z.B. Kammgras, Rohrschwingel, Knaulgras, Weidelgras),                                                                                        
  • Küchenkräuter (z.B. Petersilie, Basilikum, Melisse) und Blumen (mit Blüten und Kraut) wie Sonnenblumen, Ringelblumen, Gänseblümchen sowie                                                                                                                       
  • Blätter von ungedüngten, gründlich abgewaschenen Kulturpflanzen (aus dem eigenem Garten oder Bio-Anbau) wie beispielsweise Möhrenkraut, Fenchelgrün und Kohlrabiblätter.                                                                                                                                                   
  • Gemüse sollte einmal pro Tag in kleinen Portionen gegeben werden, sodass es von den Rennmäusen zügig gefuttert werden kann. Gemüse kann man gerne in einem Futternapf, Futterspieß oder als Futtergirlande anbieten, sodass es vor Verunreinigungen im Gehege etwas geschützt ist. Es sollte darauf geachtete werden, dass die kleinen Nager das Frischfutter nicht in ihren Schlafhäuschen oder Vorratsecken bunkern. (Gebunkertes Futter täglich entfernen).                                                                            Zum Verfüttern eignen sich: Möhren, Gurken (sehr beliebt bei meinen Rennern), Paprika, Zucchini, Fenchel, frischer Mais (nur wenige Körner) Broccoli, Blumenkohl, Sellerie und Rote Bete. Kohlgemüse kann zu gesundheitlichen Schädigungen führen und sollte nicht gefüttert werden.  

          

  • Zur Zahn- und Krallenpflege sollten den Rennmäusen immer Zweige zum Benagen zur Verfügung stehen.                                                                                                                                                                        Achtung: Sofern man Äste, Zweige usw. im Garten oder Wald einsammelt, empfiehlt es sich diese aufgrund der Parasitengefahr auszubacken bevor sie den Mäusen zur Verfügung gestellt werden.

 

Lagerung:                                                                                                                                                                         

Nicht nur die Inhalte der zusammengestellten Futtermischungen, sondern auch die Qualität sollte beachtet werden. Zu lange gelagertes Futter verliert seine Nährstoffe und vitaminreichen Bestandteile, weshalb beim Kauf auf das Abfülldatum sowie die Haltbarkeitsdauer geachtet werden sollte. Trockenfutter sollte in der Regel nicht länger als 4 Monate gelagert werden. Weiterhin ist auf eine einwandfreie Verpackung des Futters zu achten, um dem möglichen Eindringen von Keimen, Pilzsporen und Parasiten vorzubeugen. So genannte „Futterbars“, zur eigenen Zusammenstellung mit losen Futtersorten, in Zoofachgeschäften sind anhand der freien Zugänglichkeit von Keimen, Parasiten und Krankheitserregern denkbar ungeeignet und entsprechen nicht den erforderlichen Qualitätsansprüchen. Des Weiteren sollte das Futter der Rennmäuse in fest zu verschlossenen Behältnissen gelagert werden.